Aktuelles im September

Nach dem Pride-Sommer: Sichtbar bleiben, vernetzen, politisch einmischen

Die CSD-Saison geht langsam zu Ende – die queerpolitische Arbeit des LSVD+ NRW natürlich nicht. Nach erfolgreichen CSDs in Bocholt, Arnsberg und Dortmund richtet der Verband den Blick auf die kommenden Monate, die Landtagswahl 2027 und eine stärkere Vernetzung queerer Menschen in ganz Nordrhein-Westfalen.

Die vergangenen Wochen haben einmal mehr gezeigt, wie vielfältig und lebendig queeres Leben in Nordrhein-Westfalen ist. Der LSVD+ NRW war unter anderem bei den CSDs in Bocholt, Arnsberg und Dortmund präsent.

Neben Demonstrationen, Bühnenprogrammen und der gemeinsamen Sichtbarkeit waren für uns vor allem die zahlreichen persönlichen Gespräche wichtig. Wir haben zugehört, diskutiert, neue Kontakte geknüpft und viele Anregungen für unsere weitere Arbeit mitgenommen.

Auch LSVD+ NRW-Vorstandsmitglied Volker Borchers nutzte die CSD-Bühnen, um mit Redebeiträgen klare queerpolitische Positionen sichtbar zu machen.

Denn bei aller Freude, Community und Vielfalt bleiben CSDs politische Demonstrationen.

Gerade angesichts gesellschaftlicher Debatten über queere Sichtbarkeit, geschlechtliche Vielfalt und die Rechte von trans* Menschen dürfen wir uns nicht darauf verlassen, dass bereits Erreichtes selbstverständlich bestehen bleibt. Queerfeindlichkeit, Diskriminierung und Gewalt sind weiterhin Realität.

Für den LSVD+ NRW ist deshalb klar: Pride endet nicht mit dem letzten CSD.

Queere Wahlarena zur Landtagswahl 2027

Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit in den kommenden Monaten wird die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2027 sein.

Gemeinsam mit dem Queeren Netzwerk NRW, dem Völklinger Kreis, den Wirtschaftsweibern und weiteren Partner*innen arbeiten wir derzeit an einer Queeren Wahlarena im Frühjahr 2027.

Die Vorbereitungen sind bereits weit fortgeschritten. Besonders freuen wir uns darüber, dass inzwischen Zusagen von nahezu allen angefragten demokratischen Parteien vorliegen.

Bei der Wahlarena wollen wir nicht bei allgemeinen Bekenntnissen zu Vielfalt und Toleranz stehen bleiben. Wir wollen konkrete Antworten.

Wie wollen die Parteien queeres Leben in Nordrhein-Westfalen schützen? Was wollen sie gegen Queerfeindlichkeit und Hasskriminalität unternehmen? Welche Rolle spielt sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Bildung, Gesundheit und Pflege? Wie stärken wir queeres Leben im ländlichen Raum? Und welche politischen Perspektiven gibt es für trans*, inter* und nichtbinäre Menschen?

Welche Themen müssen angesprochen werden?

Bei der Vorbereitung der Wahlarena möchten wir ausdrücklich auch unsere Mitglieder und die queere Community beteiligen.

Welche Themen müssen aus Eurer Sicht unbedingt auf die Bühne? Welche Fragen sollten wir den Parteien stellen? Wo erwartet Ihr endlich konkrete politische Antworten?

LSVD+ NRW-Vorstandsmitglied Tim Szepanski sammelt Themen, Fragen und Anregungen für die weitere Vorbereitung.

Hinweise können an tim.szepanski@lsvd.de geschickt werden.

Dabei braucht es keine fertig ausformulierte Frage. Ein Thema, ein Gedanke oder eine Anregung genügt.

Weitere Informationen zur Wahlarena, zum Termin, zum Veranstaltungsort und zu den teilnehmenden Politiker*innen veröffentlichen wir, sobald die Planungen abgeschlossen sind.

Wir wollen regionale Vernetzung stärken

Die CSDs dieses Sommers haben uns auch gezeigt, wie wichtig Begegnung und queere Strukturen vor Ort sind – und zwar nicht nur in den großen Städten.

Deshalb möchten wir die regionale Vernetzung unserer Mitglieder in Nordrhein-Westfalen weiter stärken.

Eine Möglichkeit können beispielsweise neue Stammtische sein: unkomplizierte Orte für Begegnung, Austausch und Vernetzung, aus denen vielleicht später weitere Projekte oder Aktionen entstehen.

Dafür suchen wir engagierte Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich vorstellen können, in ihrer Stadt oder Region etwas aufzubauen.

Niemand soll damit allein gelassen werden. Der LSVD+ NRW kann beispielsweise bei der Vernetzung mit anderen Mitgliedern, bei organisatorischen Fragen oder bei der Bekanntmachung eines neuen Stammtisches unterstützen.

Auch darüber hinaus freuen wir uns über Menschen, die sich mit ihren Erfahrungen, Ideen und Themen stärker in unsere Arbeit einbringen möchten.

Ein Verband lebt nicht allein von seinen Gremien. Er lebt von den Menschen, die ihn mit Leben füllen.

Zwei Veranstaltungshinweise im Oktober

Am Mittwoch, 14. Oktober 2026, von 18:30 bis 20:30 Uhr findet bei der VHS Brilon der entgeltfreie Vortrag „Transgender verstehen – Ein Einblick in Lebensrealitäten & Identitäten“ statt.

Auf die Veranstaltung wurde unser Vorstandsmitglied Tim Szepanski während des CSDs in Arnsberg aufmerksam. Der Vortrag möchte Einblicke in trans* Identitäten und Lebensrealitäten geben und damit zu mehr Wissen und Verständnis beitragen.

Weitere Informationen und Anmeldung:
http://www.vhs-bmo.de/index.php?id=10&kathaupt=11&knr=X13.300

Am Dienstag, 27. Oktober 2026, von 10:00 bis 17:00 Uhr findet außerdem in der Sparkassenakademie Dortmunddie Networking-Veranstaltung PluralCity Dortmund statt.

Ausgerichtet wird PluralCity von der Internationalen Gesellschaft für Diversity Management, deren Inhaber LSVD+ NRW-Vorstandsmitglied Volker Borchers ist. Die Schirmherrschaft übernimmt Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti.

Die Veranstaltung bringt Menschen und Organisationen zusammen, die sich mit Diversity und Vielfalt beschäftigen, und bietet Raum für Vernetzung, Austausch und neue Kooperationen.

Eine formlose Anmeldung ist unter 0172 / 2307972 oder per E-Mail an petdoc@web.de möglich.

Sichtbarkeit braucht Menschen, die sie tragen

Nach einem erfolgreichen Pride-Sommer beginnt für uns deshalb nicht die Zeit des Zurücklehnens.

Die Vorbereitung auf die Landtagswahl läuft, die Queere Wahlarena nimmt Gestalt an und gleichzeitig wollen wir queere Vernetzung in Nordrhein-Westfalen weiter stärken.

Dafür brauchen wir Menschen, die mitdenken, mitdiskutieren und mitgestalten.

Pride endet nicht mit dem letzten CSD. Queerpolitische Arbeit erst recht nicht.